BLOGSchüchternheit überwinden

Schüchternheit überwinden

Schüchtern: Was kann ich tun?

Schüchternheit überwinden

Die Frage „Ich bin schüchtern: Was kann ich tun?“ hat sich mir selbst über viele Jahre hinweg in meinem Leben gestellt. Es gab öfter Situationen, die mir extrem unangenehm waren. Manchmal wäre ich am liebsten im Erdboden versunken. An anderen Tagen kam ich im Großen und Ganzen ganz gut zurecht. War es also überhaupt notwendig, etwas zu tun?

War es überhaupt möglich, etwas zu tun? Oder war es mein Schicksal, schüchtern ruhig und unauffällig zu sein? War ich „einfach so“ und konnte es ohnehin nicht ändern? Fragen über Fragen, die über lange Zeit unbeantwortet blieben. Bevor ich auf die Lösung eingehe, möchte ich noch ein wenig auf die Vor- und Nachteile der Schüchternheit eingehen.

Vorteile der Schüchternheit:

Oberflächlich betrachtet bietet die Schüchternheit einige Vorteile, die Grund genug sein könnten, nichts zu ändern:

  • Man eckt bei niemandem an und vermeidet so Konflikte. Diese „Friedfertigkeit“ gibt einem häufig ein sehr gutes Gefühl.
  • Man ist sehr hilfsbereit und, wann immer möglich, für alle da. Das erzeugt wiederum das angenehme Gefühl, wertvoll zu sein.
  • Man vermeidet „unnötigen“ Streit. Auch hier fühlt man sich aufgrund der „Friedfertigkeit“ zumeist recht gut.

Die Schüchternheit hat aber auch Nachteile:

Und diese Nachteile führen immer wieder zur Frage, ob man nicht doch etwas ändern sollte:

  • Der Versuch, „es allen recht zu machen“, gelingt nicht immer. Ob man die Schuld für das Scheitern bei sich selbst sucht oder anderen zuweist, spielt dabei keine Rolle.
  • Man wird von peinlichen Situationen äußerst stark berührt. Rot werden und ein damit verbundener erhöhter Blutdruck und Angstgefühle stehen an der Tagesordnung.
  • Die Hilfsbereitschaft geht sogar so weit, dass man eigene Wünsche und Aufgaben zurückstellt, um für andere da zu sein und Dinge für andere zu erledigen. So bestimmen häufig andere Menschen das eigene Leben.
  • Unter Umständen gilt man sogar als ein Außenseiter, als ein „Nerd“, als ein „komischer Typ“, als ein „komischer Kauz“ oder einfach nur eine eigenwillige „Marke“.
  • Freies Sprechen innerhalb eines Referates in der Schule oder vor Kollegen in der Firma machen einen ebenfalls äußerst nervös. Und damit meine ich nicht das normale Lampenfieber, sondern enorme Nervosität, die sich bis zur Panik steigern kann.
  • Nach dem bisher Genannten ist auch klar, dass Betroffene anfällig für schmerzhafte Sticheleien und Mobbing sind. Hier hilft auch der Tipp: „Du darfst dir das nicht so zu Herzen nehmen“, nicht weiter. Warum das so ist, habe ich u. a. im Beitrag „Soziale Ängste: Schüchternheit & Zurückhaltung“ (siehe unten) beschrieben.
  • Neue Kontakte mit bisher fremden Menschen zu knüpfen, erzeugt starke Unsicherheit und Angstgefühle. Es entwickelt sich zu einer richtigen Kontaktangst. Diese entschärft man häufig mit Aussagen, wie etwa: „Das ist zwar nicht so wichtig, aber das süße Mädchen oder den süßen Kerl würde man schon gerne kennenlernen.“ Andererseits … (und schon kommen dann auch wieder die Ausreden, mit denen man vor sich selbst rechtfertigt, warum das doch nicht so wichtig und erstrebenswert ist).
  • Und vermutlich fallen Ihnen jetzt noch zahlreiche weitere Beispiele dazu ein!

Die Mehrheit der Punkte fühlt sich aber doch nicht gut an. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass man als betroffene Person doch etwas daran ändern sollte. Aber wer etwas ändern will, der muss zunächst einmal wissen, womit er es überhaupt zu tun hat. Und damit kommen wir zur Frage:

Was ist Schüchternheit eigentlich?

Schüchternheit ist nicht etwas, das „hier ist“, sondern etwas das „nicht hier ist“. Das Problem liegt nicht in der Anwesenheit von Schüchternheit, sondern in der Abwesenheit von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Was bedeutet das nun genau?

Selbstbewusstsein ist das Bewusstsein über die eigenen Gedanken und Fähigkeiten. Nur dieses Bewusstsein schafft die Möglichkeit, etwas an einer Situation zu ändern. Im Falle der Schüchternheit bedeutet es, dass man sich der Angst vor anderen Menschen bewusst werden muss. Man muss sich auch bewusst werden, dass man einigen anderen Menschen häufig mehr Liebe und Aufmerksamkeit schenkt als sich selbst. Zuviel ist aber nie gut. Sich selbst den richtigen Wert zuzugestehen und sich selbst den nötigen Respekt zu erweisen, ist von grundlegender Wichtigkeit.

Erst wenn man dies erkennt, ergibt sich eine sinnvolle Möglichkeit, etwas zu ändern.

Selbstvertrauen wiederum ist das Vertrauen in sich und die eigenen Fähigkeiten. Also keine Angst davor zu haben, dass man etwas falsch machen könnte. Keine Angst davor zu haben, was andere über einen denken oder sagen könnten.

Was bringt Selbstvertrauen?

Wer genug Selbstvertrauen besitzt, der hat keine Angst (mehr), etwas falsch zu machen. Wer zutiefst davon überzeugt ist, die Dinge richtig zu machen, wird auch niemals nervös sein! Er wird höchstens einen prickelnden Nervenkitzel verspüren, ob seine Handlungen auch tatsächlich zum gewünschten Ergebnis führen.

Selbstvertrauen bedeutet nicht, dass man alles weiß und immer alles richtig macht. Menschen mit ausreichend Selbstvertrauen haben jedoch normalerweise schon genug Erfahrung, um viele Situationen instinktiv richtig einzuschätzen. Trotzdem kann es einmal vorkommen, dass sie einen Fehler machen. Na und? Fehler sind menschlich, daher haben Menschen mit einem ausgeprägten Selbstvertrauen kein Problem, sich für Dinge zu entschuldigen, die sie falsch gemacht haben. Und genau diese Eigenschaft macht sie so bewundernswert. Selbstvertrauen ist allerdings nicht etwas, das man einfach „hat“ oder „nicht hat“. Man kann es erlernen!

Wie wird man die Schüchternheit los?

Endlich kommen wir zum eigentlichen Thema: „Wie kann ich meine Schüchternheit überwinden?“ oder „Wie kann ich meine Schüchternheit loswerden?“ Bevor ich auf die eigentliche Antwort komme, möchte ich noch kurz auf einen ganz wichtigen Punkt eingehen:

Das Geheimnis der Veränderung besteht darin,
alle Energie nicht auf die Bekämpfung des Alten zu legen,
sondern auf den Aufbau des Neuen.
(Socrates, 469-399 v. Ch.)

Wie wir bereits gehört haben, ist Schüchternheit eine Form von Angst. Sich ständig auf die Angst zu konzentrieren, ist allerdings kontraproduktiv. So wie beim Autofahrer, der die Kontrolle über seinen Wagen verliert. Wenn er sich ständig sagt, „Ich werde gegen den Baum prallen“, „Ich werde gegen den Baum prallen“ – raten Sie, was passieren wird! Das eigentliche Ziel ist es also, nicht die Angst zu bekämpfen, sondern das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen aufzubauen.

Die schlechte Nachricht zuerst:

Es gibt keine Wunderpille, die Sie schlucken können, und die das Problem für Sie löst. Selbstbewusstsein erhalten Sie, indem Sie sich der eigenen Denkweise bewusst werden. Das wiederum ist nur möglich, wenn Sie sich den Situationen stellen, die die Angst in Ihnen auslösen. Die dabei gemachten Erfahrungen erhöhen automatisch das Selbstvertrauen.

Damit tritt die Angst immer weiter in den Hintergrund, bis sie irgendwann keinen Platz mehr findet und somit gänzlich aus Ihrem Leben verschwindet.

Die gute Nachricht:

Keine Panik: Sie müssen dafür nicht gleich mit allen fremden Gästen einer Party sprechen, einen Vortrag halten oder eine andere scheinbar unmögliche Leistung erbringen. Es kommt auf das richtige Tempo an, mit der alle großen Veränderungen stattgefunden haben. Einen Schritt nach dem anderen. Selbst mit winzigen Schritten lässt sich ein weit entferntes Ziel erreichen. Und am Ende des Tages werden Sie sich wundern, wie viel des Weges Sie bereits zurückgelegt haben.

Dabei sollten Sie keinesfalls zu lange überlegen, ob Sie den Weg gehen wollen. Sie sollten einfach losgehen. Ich verspreche Ihnen: Es lohnt sich!

Selbstvertrauen stärken

Mit stärkerem Selbstvertrauen erhalten Sie die Kontrolle über ihr Leben. Damit bestimmen Sie selbst, was und wie Sie es tun möchten.

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Von Rudolf Lechleitner am 06.03.2015

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